<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Das System &#8211; Patriks Blog</title>
	<atom:link href="https://patrikschoenfeldt.de/category/politik/das-system/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://patrikschoenfeldt.de</link>
	<description>cat /dev/brain &#62;&#62; /www/blog</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 Sep 2015 05:08:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>
	<item>
		<title>Strafrecht und Überwachung aus Sicht des Datenanalytikers</title>
		<link>https://patrikschoenfeldt.de/2013/11/strafrecht-und-ueberwachung-aus-sicht-des-datenanalytikers/</link>
					<comments>https://patrikschoenfeldt.de/2013/11/strafrecht-und-ueberwachung-aus-sicht-des-datenanalytikers/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrik Schönfeldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2013 16:10:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das System]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Datenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/?p=584</guid>

					<description><![CDATA[Heute war die meine letzte Prüfung, im Rahmen meines Diplomstudiums: Es ging um Statistik und computergestützte Datenanalyse. Dabei ist mir spontan die Idee gekommen, die strafrechtliche Unschuldsvermutung als analog zu einem Bayes&#8217;schen Prior zu bezeichnen, der aufgrund einer Sicht auf die Gesellschaft angenommen werden soll. (Ja, ich mache in mündlichen Physik-Prüfungen Randbemerkungen zu sozialen und &#8230; <a href="https://patrikschoenfeldt.de/2013/11/strafrecht-und-ueberwachung-aus-sicht-des-datenanalytikers/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Strafrecht und Überwachung aus Sicht des Datenanalytikers</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute war die meine letzte Prüfung, im Rahmen meines Diplomstudiums: Es ging um Statistik und computergestützte Datenanalyse. Dabei ist mir spontan die Idee gekommen, die strafrechtliche Unschuldsvermutung als analog zu einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/A-priori-Verteilung">Bayes&#8217;schen Prior</a> zu bezeichnen, der aufgrund einer Sicht auf die Gesellschaft angenommen werden soll. (Ja, ich mache in mündlichen Physik-Prüfungen Randbemerkungen zu sozialen und politischen Themen. Die Beispiele fallen mir halt ein und ehe ich nichts sage und planlos wirke, nehme ich lieber fachfremde Beispiele…)</p>
<p>Der Prüfer fand es nicht unbedingt super, quittierte meinen Exkurs mit einem „Im Strafrecht ist Bayes&#8217;sche Statistik untersagt“. Aussagen wollte ich, dass man die Unschuldsvermutung auf eine positive Weltsicht zurückführen könnte, in der jemand höchstwahrscheinlich keine Straftaten begeht. Erst, wenn kein Zweifel besteht, ist insgesamt die Irrtumswahrscheinlichkeit der Ermittler geringer als die Gesamtwahrscheinlichkeit, dass man den Täter hat. Dann wäre sie eben so ein Prior. Anderes Beispiel (mit erfundenen Zahlen, aber ähnlich der Vorlesung): Eine Krebsvorsorge erkennt eine bestehende Erkrankung mit 90%iger Wahrscheinlichkeit, doch in 5% der Fälle gibt es ein „positives“ Ergebnis, obwohl der Patient keinen Krebs hat. Angenommen, man kann sich sehr sicher sein, keinen Krebs zu haben, dann sollte man lieber keinen Test machen: Die Wahrscheinlichkeit, dass man durch den Test verunsichert wird ist deutlich größer als die, dass einem der Test hilft.</p>
<p>Aufbauend auf diesem Gedanken gibt es in der Klassifizierung zwei abgeleitete Größen: Die Reinheit und die Effizienz. Zwischen beiden Größen muss man abwägen, beides gleichzeitig geht nicht. Die Reinheit gibt an, wie viele Fehleinschätzungen sich in der Gruppe der positiv klassifizierten befinden. (An dieser Stelle bin ich in der Prüfung wieder auf Teilchenidentifikation umgeschwenkt.) In unserem Strafrechtsbeispiel gibt die Reinheit also an, wie viele Gefängnisinsassen tatsächlich Straftaten begangen haben. Die Effizienz ist die entgegengesetzte Größe, sozusagen die Aufklärungsqote. Der Rechtsstaat ist im Bild des Datenanalytikers bemüht, bei der Klassifikation von Verbrechern eine große Reinheit zu erzielen.</p>
<figure id="attachment_585" aria-describedby="caption-attachment-585" style="width: 256px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wordpress/wp-content/uploads/2013/11/effizienz-reineheit-plot_strafrecht.png" alt="Effizienz-Reinheit-Plot (Purity-Efficiency-Plot)" width="256" height="256" class="size-medium wp-image-585" srcset="https://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/11/effizienz-reineheit-plot_strafrecht.png 512w, https://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/11/effizienz-reineheit-plot_strafrecht-150x150.png 150w, https://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/11/effizienz-reineheit-plot_strafrecht-300x300.png 300w" sizes="(max-width: 256px) 100vw, 256px" /><figcaption id="caption-attachment-585" class="wp-caption-text">Effizienz-Reinheit-Plot. Möglich sind nur Kombinationen auf der grauen Linie (oder schlechtere), mehr Infos zu Purity-Efficiency-Plots z.B. auf dieser Seite über <a href="http://www.ire.pw.edu.pl/~rsulej/NetMaker/index.php?pg=e01">Klassifikation mit neuronalen Netzen</a>.</figcaption></figure>
<p>Das ändert sich beim Präventionsstaat: Wer Verbrechen verhindern will, auch wenn es sich nur um eine bestimmte Klasse handelt, muss notgedrungen mehr Effizienz wählen, die Reinheit leidet. Vor eben dieser Fragestellung stehen wir momentan gesellschaftlich: Wollen wir Verbrechen verhindern, indem wir in großen Datenbergen Indizien sammeln? Das kann funktionieren. Doch selbst wenn jeglicher Missbrauch ausgeschlossen werden kann, bleibt es eine Entscheidung hin zu mehr Fehlverurteilung: Auch wenn man nichts zu verbergen hat, kann man fälschlicherweise für einen Terroristen gehalten werden. Somit steht nicht nur Freiheit gegen Sicherheit, sondern in Wirklichkeit auch Sicherheit vor Terrorismus gegen Sicherheit vor staatlichen Fehlentscheidungen.</p>

]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://patrikschoenfeldt.de/2013/11/strafrecht-und-ueberwachung-aus-sicht-des-datenanalytikers/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum Wahlen Wetten sind</title>
		<link>https://patrikschoenfeldt.de/2012/03/warum-wahlen-wetten-sind/</link>
					<comments>https://patrikschoenfeldt.de/2012/03/warum-wahlen-wetten-sind/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrik Schönfeldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 21:06:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das System]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlrecht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/?p=316</guid>

					<description><![CDATA[Angesichts der vielen Wahlen, die momentan auf uns zukommen, ist mir ein Gedanke gekommen: Im Grunde sind Wahlen wetten. Es gibt eine große Auswahl an Kandidaten und als Wähler kann man seinen Tipp abgeben, welcher davon wohl nach der Wahl am ehesten das tun wird, was man sich von der Politik wünscht. Allein, weil in &#8230; <a href="https://patrikschoenfeldt.de/2012/03/warum-wahlen-wetten-sind/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Warum Wahlen Wetten sind</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Angesichts der vielen Wahlen, die momentan auf uns zukommen, ist mir ein Gedanke gekommen: Im Grunde sind Wahlen wetten. Es gibt eine große Auswahl an Kandidaten und als Wähler kann man seinen Tipp abgeben, welcher davon wohl nach der Wahl am ehesten das tun wird, was man sich von der Politik wünscht. Allein, weil in den folgenden Jahren Entscheidungen anstehen, die nicht vorherzusehen waren, kann man es nicht vorher wissen. Der Wahlschein ist ein Wettschein, man muss schätzen.</p>
<p>Welche möglichen Handlungsmuster ergeben sich also für einen Wähler? Entweder man richtet sich nach den Wohlprogrammen und hofft, dass die Versprechen eingelöst werden, oder man wählt basierend auf dem, was die Kandidaten vorher gemacht haben. Oder man mischt beides zu beliebigen Anteilen. Aber auch Nichtwählen kann eine rationale Entscheidung sein: Wenn man sich selbst die Entscheidung nicht zutraut, aber glaubt, dass die anderen „richtig“ wählen werden. Das kann passieren, wenn Politiker sich nicht oder nur sehr schwer einschätzen lassen. Wenn schon vor der Wahl erst das eine und dann das andere gefordert wird und auch die Versprechen aus dem Wahlkampf höchstwahrscheinlich Lügen oder sonst wie unerfüllbar sind.<span id="more-316"></span></p>
<p>Diese Möglichkeit funktioniert allerdings nur so lange, wie die „klugen Anderen“ in meinem Sinne entscheiden. Und das ist nur begrenzt der Fall – andere Menschen haben oft andere Interessen. Das Resultat ist ein Dilemma: Ich weiß nicht wen ich wählen soll, die anderen wählen aber auf jeden Fall die Falschen.</p>
<p>Aus dieser Falle heraus führen können nur die Kandidaten – durch klare Profile und durch Werbung für die eigene Sache. Dazu gehört im Idealfall auch, die eigene Politik nicht an alle verkaufen zu wollen. Wird nur ein bestimmtes Klientel angesprochen, fällt es diesem leichter, sich zu entscheiden. Für die eigene Sache zu werben heißt aber auch, nicht gegen andere Parteien, die eigentlich der eigenen Meinung sind. Natürlich wünscht man sich, dass man selbst gewählt wird – niemand sonst will so exakt das gleiche. Doch fällt einem Wähler die Entscheidung ohnehin schwer, wird er durch Antiwerbung womöglich verwirrt. Oder aber er erkennt einen Kandidaten als Karrierepolitiker, der einer Partei nicht aber der Sache dient. In beiden Fällen gewinnen die politischen Gegner.</p>
<p>Wichtig ist es also, die eigenen Positionen klar und konsequent herauszuarbeiten. Wer dem Wähler dagegen nach dem Mund redet, verwirrt und verliert am Ende vielleicht sogar seine Stammwählerschaft. Und Attacken gegen andere Parteien, die nicht ausschließlich programmatische Unterschiede herausheben sollen, können den Wähler sogar entmutigen, überhaupt eine Stimme abzugeben. Denn wer die richtige Auswahl der nächsten Lottozahlen für einfacher hält als die eines geeigneten Volksvertreters, der wird gleich zuhause bleiben.</p>

]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://patrikschoenfeldt.de/2012/03/warum-wahlen-wetten-sind/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Arbeitsmarkt</title>
		<link>https://patrikschoenfeldt.de/2008/11/der-arbeitsmarkt/</link>
					<comments>https://patrikschoenfeldt.de/2008/11/der-arbeitsmarkt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrik Schönfeldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 21:16:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das System]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Marktversagen]]></category>
		<category><![CDATA[Preisbildung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://patrikschoenfeldt.de/?p=22</guid>

					<description><![CDATA[In diesem Eintrag werde ich die prinzipiellen Probleme des Arbeitsmarktes analysieren, derer man sich selbstredend im Klaren sein sollte, wenn man versucht die Probleme des Arbeitsmarkes zu lösen. Dazu werde ich auf das Marktmodell nach Alfred Marshall und Léon Walras zurückgreifen, das ich nun zunächst erläutere. In jedem Markt besteht ein Zusammenspiel aus Angebot und &#8230; <a href="https://patrikschoenfeldt.de/2008/11/der-arbeitsmarkt/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Der Arbeitsmarkt</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Eintrag werde ich die prinzipiellen Probleme des  Arbeitsmarktes analysieren, derer man sich selbstredend im Klaren sein  sollte, wenn man versucht die Probleme des Arbeitsmarkes zu lösen. Dazu  werde ich auf das Marktmodell nach Alfred Marshall und Léon Walras  zurückgreifen, das ich nun zunächst erläutere.</p>
<p><a href="http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/marktdiagramm_normal.jpg"><img decoding="async" src="http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/marktdiagramm_normal.jpg" alt="Normales Marktdiagramm" title="marktdiagramm_normal" width="128" height="128" class="alignright size-full wp-image-38" /></a>In jedem Markt besteht ein Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage.  Beide lassen sich verstehen als Zusammenhang, bei welchem Preis welche  Menge Waren angeboten und nachgefragt wird. Als Waren werden hier sowohl  Güter als auch Dienstleistungen betrachtet. Dabei nimmt man an, dass  der Preis für mehr nachgefragte Waren sinken und für mehr angebotene  Waren steigen muss. Dieser Zusammenhang ist auch nahe liegend: Kostet  das neue Automobil weniger, werden wir eher geneigt sein, es zu kaufen;  kostet es mehr, werden mehr Einheiten hergestellt werden, da die  Produktion lohnender wird. Beide Überlegungen gelten natürlich auch  umgekehrt.</p>
<p>Verändert sich Angebot oder Nachfrage, wird dieses im Graphen durch  Verschieben der zugehörigen Kurve dargestellt. Der Punkt, an dem sich  die Geraden schneiden, gibt letztlich die am Markt umgesetzte Menge und  ihren Stückpreis an. Eine gute und tiefer gehende Erklärung zu Modell  und Diagramm gibt es auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Preisbildung">Wikipedia</a>. Für meine Zwecke sollte diese kürzere Erklärung aber reichen. Dieses sehr idealisierte Verhalten tritt natürlich bei kaum einer Ware  auf und auch die Voraussetzungen wie Polypole auf Angebots- und  Nachfrageseite sind nicht immer gegeben. Doch diese Probleme des Modells  sind nicht grundlegender Natur und das ideale Verhalten bleibt  tendenziell in guter Näherung bestehen.</p>
<p>Auf dem Arbeitsmarkt hingegen ist Gegenteiliges der Fall: Die Zahl der  Arbeitskräfte kann sich gar nicht nach ihrem Preis richten, liegt sie  doch mit der Zahl der arbeitsfähigen Menschen von vornherein fest. Die  Zahl der angebotenen Arbeitskräfte ist unabhängig vom Preis, den ihr  Ausüben wert ist. Ist ihre Zahl größer als die Zahl der Menschen, die  angemessen entlohnt würde, führt das unweigerlich zu geringeren Löhnen  oder Arbeitslosigkeit. Schlimmer noch: Nehmen wir an, die Arbeitgeber  wüssten von diesem Umstand; sie könnten beliebig tiefe Gehälter  anbieten, es würde sich doch jemand finden, der dafür arbeitet. Weil es  es nicht möglich ist die Zahl der angebotenen Arbeitskräfte zu  reduzieren, ist ihr Preis beliebig.</p>
<p>Beispiele für das Überangebot von Arbeitskraft findet man in  praktisch jeder Wirtschaftskrise. Auf der anderen Seite tritt das  Problem auch auf, wenn zu viele Arbeitskräfte gebraucht werden. Ein  Beleg für diese Situation ist die Zeit des Wirtschaftswunders, in der  zusätzliche Arbeitskräfte ins Land geholt werden mussten.<br />
<a href="http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/marktdiagramm_arbeit.jpg"><img decoding="async" src="http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/marktdiagramm_arbeit.jpg" alt="Marktdiagramm für den Arbeitsmarkt" title="marktdiagramm_arbeit" width="128" height="128" class="alignright size-full wp-image-39" /></a>Noch gravierender wird das Bild, wenn man bedenkt, dass heute (zum  Glück) nicht Arbeitskräfte sondern Arbeitskraft gehandelt wird: Ein  jeder Mensch, der nur arbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten,  wird so wenig arbeiten wollen, wie es geht. Steigt sein Stundenlohn,  also der Preis, den er für seine Arbeitskraft erzielt, wird er weniger  arbeiten. Er wird ja trotzdem genug Geld für seinen Lebensunterhalt  erhalten. Sinkt sein Stundenlohn, ist er dagegen gezwungen, mehr zu  arbeiten. Es ergibt sich also eine Situation, in der bei steigender  Nachfrage eine geringere Menge Arbeitskraft, bei fallender Nachfrage  dagegen eine höhere Menge umgesetzt wird. Beide Effekte verstärken sich  zudem, wodurch Knappheit weitere Knappheit und Überfluss weiteren  Überfluss erzeugt.</p>
<p>Der Markt ohne jegliche Eingriffe ist also – wie man nun kaum noch  abstreiten dürfte – kein adäquates Mittel, den Preis der Ware  Arbeitskraft, den Stundenlohn, festzulegen.</p>

]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://patrikschoenfeldt.de/2008/11/der-arbeitsmarkt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kapitalismus ist Demokratie</title>
		<link>https://patrikschoenfeldt.de/2008/04/kapitalismus-ist-demokratie/</link>
					<comments>https://patrikschoenfeldt.de/2008/04/kapitalismus-ist-demokratie/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrik Schönfeldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2008 21:08:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das System]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlrecht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://patrikschoenfeldt.de/?p=8</guid>

					<description><![CDATA[Ich habe einen Stimmzettel (Banknote) in der Tasche, gehe in ein Wahllokal (Geschäft), dort entscheide ich mich für einen Repräsentanten (Produkt) und wähle eine Partei (Firma). Hier geht es also nicht um eine Utopie. Ich sage nicht, dass Kapitalismus demokratisch sein sollte, ich bemerke, dass es so ist. Naja, ich Wirklichkeit ist das Ganze etwas &#8230; <a href="https://patrikschoenfeldt.de/2008/04/kapitalismus-ist-demokratie/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Kapitalismus ist Demokratie</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Ich habe einen Stimmzettel (Banknote) in der Tasche, gehe in ein  Wahllokal (Geschäft), dort entscheide ich mich für einen Repräsentanten  (Produkt) und wähle eine Partei (Firma). Hier geht es also nicht um  eine Utopie. Ich sage nicht, dass Kapitalismus demokratisch sein sollte,  ich bemerke, dass es so ist.</p>
<p>Naja, ich Wirklichkeit ist das Ganze etwas komplizierter: Schon die  Auswahl des Geschäftes ist eine Form von Abstimmung, denn es wird einen  Teil meines Geldes für sich behalten. Außerdem habe ich nicht nur Erst-  und Zweitstimme, sondern eine Vielzahl davon. Je mehr Geld man besitzt,  um so mehr Stimmen hat man.</p>
<p>Und genau hier geht das Problem los: In der Wirtschaft kümmert sich  keiner um Wahlrechtsgrundsätze. Für politische Wahlen hat die Verfassung  einige Regeln vorgesehen, die beim Einkauf (natürlich?) nicht zur  Anwendung kommen. Ich beziehe mich im Folgenden auf aktives Wahlrecht in  Deutschland:</p>
<ul>
<li><em>allgemein</em>: Jeder Mensch darf sein Geld ausgeben. Hier geht  die Wirtschaft über die Vorgabe der Politik hinaus: Auch Kinder und  Staatsbürger anderer Staaten dürfen wählen.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>unmittelbar</em>: Man kauft nicht direkt beim Produzenten,  sondern nach einer Anzahl von Zwischenhändlern. Das ist in diesem Fall  aber kein größeres Problem, da man die Händler ebenfalls wählt. Die  Komplexität setzt also voraus, dass nicht immer unmittelbar gewählt  werden kann.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>frei</em>: Man darf kaufen, was man will. Das gilt so lange, wie  ein erreichbaren Händler die gewünschte Wahre hält. Im Zeitalter von  Versandhandel darf auch dieser Punkt als erfüllt angenommen werden.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>gleich</em>: Hier muss ich differenzieren: Jedes Geld ist  gleich, also entscheidet es nicht, wer was kauft. Allerdings haben  reiche Menschen mehr Stimmen als ärmere. Diese Situation erinnert mich  an frühere Formen der Wahl von Volksvertretern, bei denen die Meinung  von Reichen und Adeligen stärker gewichtet wurde. Hier hat die  Kapitaldemokratie also eine klare Ungerechtigkeit zu verzeichnen.<em><br />
</em></li>
</ul>
<ul>
<li><em>geheim</em>: Ich möchte hier nicht den Maßstab anlegen, der für  politische Wahlen gilt: Es ist offensichtlich, dass ich nicht verstecken  kann, welche Produkte ich nutze. Im privaten Bereich ist das vielleicht  noch möglich, aber spätestens das eigene Auto kann man nicht vor  Blicken schützen. Man kann aber mehr oder weniger anonym konsumieren und  es bleibt auch meine Entscheidung, meine Erwerbungen verbunden mit  meinem Namen in der Öffentlichkeit herum zu zeigen. Man sieht es einem  Menschen nicht an, welche Frühstücksflocken er isst. Der Grundsatz der  geheimen Wahl wird aber immer weiter versucht durch Kundenkarten zu  unterwandern. Kundenkarten speichern massiv die Wahlentscheidungen des  einzelnen Konsumenten und lassen sein Verhalten analysieren. Tante Emma  konnte das noch nicht in dem Umfang – Tante Emma würde ich eher mit dem  Wahlhelfer vergleichen, der bei zitternder Hand meinerseits das Kreuz  für mich setzen darf.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>öffentlich</em>: Das Ergebnis der täglichen Wahl an der Kasse  kann man höchstens indirekt durch Entwicklung ganzer Firmen und  Börsenwerte ablesen. Ob aber nun die Bio-Konfitüre mit Kirschgeschmack  oder die herkömmliche mit Erdbeeren das Rennen macht, erfährt nur der  Produzent zuverlässig. Die Menge an Informationen wäre ohnehin nicht  überschaubar und ich weiß nicht, ob sich bessere Daten bei Firmen  erfragen lassen. Hier ein klares „Ich weiß es nicht.“, was aber den  Verdacht nahe legt, dass es eher ein „nein“ ist, denn geheime  Öffentlichkeit ist ein Paradoxon.</li>
</ul>
<p>Ob wir es wollen, oder nicht: Jeder Einkauf beinhaltet politische  Entscheidungen und ist eine Abstimmung. Leider unterscheiden sich die  Standards bei dieser ständigen Wahl stark von denen bei den übrigen. Die  Gewährung dieser Rechte sollte – so finde ich – Ziel eines auf den  Menschen zentrierten Kapitalismus sein, denn ohne sie geraten wir in die  absolute Diktatur der Konzerne.</p>
</div>

]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://patrikschoenfeldt.de/2008/04/kapitalismus-ist-demokratie/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
