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	<title>Arbeitsmarkt &#8211; Patriks Blog</title>
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		<title>Bürgergeld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Patrik Schönfeldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Dec 2008 21:17:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anstätze]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Möglichkeit, den Markt zu reparieren und gleichzeitig für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, wäre, die Notwendigkeit zu Arbeiten abzuschaffen. Natürlich klingt dieser Vorschlag zunächst unglaublich, aber es geht hier nur um die absolute Lebensnotwendigkeit für den Einzelnen. Die Vorstellung, dass niemand mehr arbeiten braucht bleibt utopisch – oder je nach Betrachtungsstandpunkt dystropisch.. Eine Möglichkeit in &#8230; <a href="https://patrikschoenfeldt.de/2008/12/burgergeld/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Bürgergeld</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Eine Möglichkeit, den Markt zu reparieren und gleichzeitig für  soziale Gerechtigkeit zu sorgen, wäre, die Notwendigkeit zu Arbeiten  abzuschaffen. Natürlich klingt dieser Vorschlag zunächst unglaublich,  aber es geht hier nur um die absolute Lebensnotwendigkeit für den  Einzelnen. Die Vorstellung, dass niemand mehr arbeiten braucht bleibt  utopisch – oder je nach Betrachtungsstandpunkt dystropisch..</p>
<p>Eine Möglichkeit in diese Richtung wäre bedingungsloses  Arbeitslosengeld, auch wenn man nicht nach Arbeit sucht. In den Augen  vieler besteht dieser Zustand schon, doch das Bild von „asozialen  Zecken“, die auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung leben, mutet doch  arg rechtspopulistisch an. Außerdem fällt die Sozialhilfe weg, sobald  man beginnt zu arbeiten. Es ergibt sich eine Situation, in der ein  Mindestlohn durch die Hintertür eingeführt wird. Diesen habe ich bereits  behandelt und werde daher hier nicht mehr auf diesen eingehen.  Insgesamt kann die Sozialhilfe gar als asozial angesehen werden.</p>
<p>Eine weitere Möglichkeit wäre eine bedingungslose Zahlung an alle,  auch die arbeitenden Menschen. Die Zahlung müsste hoch genug sein, um  davon zu leben. Natürlich soll der Betrag keinen Luxus bieten, sodass  ein Anreiz zu arbeiten besteht. Dadurch würde sich der Marktdefekt  beheben lassen, jeder Mensch hätte eine grundlegende Existenzsicherung.  Nehmen wir nun als Richtwert den Sozialhifesatz von monatlich rund 350€  pro Erwachsener, alleinstehender Person. Wenn jeder Deutsche (inklusive  Kindern, das würde nebenbei den Anreiz Kinder zu bekommen erhöhen)  bedingungslos eine solche Zahlung erhielte, wären das überschlagen im  Jahr:</p>
<p>Kosten: 350€/Person/Monat * 12 Monate * 82.000.000 Deutsche = 344,4Mrd. €</p>
<p>Diese Summe klingt gewaltig, würde aber einige momentan geleistete  Zahlungen des Staates ablösen. Zudem könnte für Kinder ein niedrigerer  Satz (Kindergeld beträgt monatlich 150€) gewählt werden. Es würde  natürlich das Arbeitslosengeld II (41Mrd.€) überflüssig,  zudem würde  wie bereits angedeutet das Kindergeld (35 Mrd.€) wegfallen, da dieses  ohnehin viel geringer ist als der veranschlagte Satz von 350€. Des  weiteren könnten zur Finanzierung dieser radikalen Maßnahme die Renten  (235Mrd.€) und das Arbeitslosengeld I (50Mrd.€) gestrichen werden. An  dieser Stelle möchte ich noch zu bedenken geben, dass einige Rentner  sogar weniger als den Sozialhifesatz bekommen.</p>
<p>Finanzierung: 50Mrd.€ + 41Mrd.€ + 235Mrd.€ + 35 Mrd.€ = 361Mrd.€</p>
<p>(ALG1 + ALG2 + Rente + Kindergeld)</p>
<p>Insgesamt ergibt sich ein Betrag von 361Mrd.€, was mehr als genug  ist. Weitere Leistungen, die (wie Bafög-Zahlungen, 1Mrd.€ Zuschüsse im  Jahr) obsolet würden, sowie Einsparungen durch den Bürokratieabbau sind  hier noch nicht mit eingerechnet. Positive Impulse für die Wirtschaft,  wie sie durch Behebung des Marktdefektes zu erwarten wären, sind  ebenfalls noch außen vor gelassen. Finanzierbar wäre diese Maßnahme also  sogar bei extrem konservativer Recnung. Weiterhin könnten natürlich  sogar sozial verträglich die Steuern erhöht werden, da das  Grundeinkommen ohnehin gesichert ist. Aber diese Überlegungen gehen an  dieser Stelle zu weit. Es ging mir vor allem darum, die Möglichkeit  aufzuzeigen sowie die grundsätzliche Finanzierbarkeit darzulegen.</p>
</div>

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		<title>Der Arbeitsmarkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Patrik Schönfeldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 21:16:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das System]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Marktversagen]]></category>
		<category><![CDATA[Preisbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[In diesem Eintrag werde ich die prinzipiellen Probleme des Arbeitsmarktes analysieren, derer man sich selbstredend im Klaren sein sollte, wenn man versucht die Probleme des Arbeitsmarkes zu lösen. Dazu werde ich auf das Marktmodell nach Alfred Marshall und Léon Walras zurückgreifen, das ich nun zunächst erläutere. In jedem Markt besteht ein Zusammenspiel aus Angebot und &#8230; <a href="https://patrikschoenfeldt.de/2008/11/der-arbeitsmarkt/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Der Arbeitsmarkt</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Eintrag werde ich die prinzipiellen Probleme des  Arbeitsmarktes analysieren, derer man sich selbstredend im Klaren sein  sollte, wenn man versucht die Probleme des Arbeitsmarkes zu lösen. Dazu  werde ich auf das Marktmodell nach Alfred Marshall und Léon Walras  zurückgreifen, das ich nun zunächst erläutere.</p>
<p><a href="http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/marktdiagramm_normal.jpg"><img decoding="async" src="http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/marktdiagramm_normal.jpg" alt="Normales Marktdiagramm" title="marktdiagramm_normal" width="128" height="128" class="alignright size-full wp-image-38" /></a>In jedem Markt besteht ein Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage.  Beide lassen sich verstehen als Zusammenhang, bei welchem Preis welche  Menge Waren angeboten und nachgefragt wird. Als Waren werden hier sowohl  Güter als auch Dienstleistungen betrachtet. Dabei nimmt man an, dass  der Preis für mehr nachgefragte Waren sinken und für mehr angebotene  Waren steigen muss. Dieser Zusammenhang ist auch nahe liegend: Kostet  das neue Automobil weniger, werden wir eher geneigt sein, es zu kaufen;  kostet es mehr, werden mehr Einheiten hergestellt werden, da die  Produktion lohnender wird. Beide Überlegungen gelten natürlich auch  umgekehrt.</p>
<p>Verändert sich Angebot oder Nachfrage, wird dieses im Graphen durch  Verschieben der zugehörigen Kurve dargestellt. Der Punkt, an dem sich  die Geraden schneiden, gibt letztlich die am Markt umgesetzte Menge und  ihren Stückpreis an. Eine gute und tiefer gehende Erklärung zu Modell  und Diagramm gibt es auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Preisbildung">Wikipedia</a>. Für meine Zwecke sollte diese kürzere Erklärung aber reichen. Dieses sehr idealisierte Verhalten tritt natürlich bei kaum einer Ware  auf und auch die Voraussetzungen wie Polypole auf Angebots- und  Nachfrageseite sind nicht immer gegeben. Doch diese Probleme des Modells  sind nicht grundlegender Natur und das ideale Verhalten bleibt  tendenziell in guter Näherung bestehen.</p>
<p>Auf dem Arbeitsmarkt hingegen ist Gegenteiliges der Fall: Die Zahl der  Arbeitskräfte kann sich gar nicht nach ihrem Preis richten, liegt sie  doch mit der Zahl der arbeitsfähigen Menschen von vornherein fest. Die  Zahl der angebotenen Arbeitskräfte ist unabhängig vom Preis, den ihr  Ausüben wert ist. Ist ihre Zahl größer als die Zahl der Menschen, die  angemessen entlohnt würde, führt das unweigerlich zu geringeren Löhnen  oder Arbeitslosigkeit. Schlimmer noch: Nehmen wir an, die Arbeitgeber  wüssten von diesem Umstand; sie könnten beliebig tiefe Gehälter  anbieten, es würde sich doch jemand finden, der dafür arbeitet. Weil es  es nicht möglich ist die Zahl der angebotenen Arbeitskräfte zu  reduzieren, ist ihr Preis beliebig.</p>
<p>Beispiele für das Überangebot von Arbeitskraft findet man in  praktisch jeder Wirtschaftskrise. Auf der anderen Seite tritt das  Problem auch auf, wenn zu viele Arbeitskräfte gebraucht werden. Ein  Beleg für diese Situation ist die Zeit des Wirtschaftswunders, in der  zusätzliche Arbeitskräfte ins Land geholt werden mussten.<br />
<a href="http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/marktdiagramm_arbeit.jpg"><img decoding="async" src="http://patrikschoenfeldt.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/marktdiagramm_arbeit.jpg" alt="Marktdiagramm für den Arbeitsmarkt" title="marktdiagramm_arbeit" width="128" height="128" class="alignright size-full wp-image-39" /></a>Noch gravierender wird das Bild, wenn man bedenkt, dass heute (zum  Glück) nicht Arbeitskräfte sondern Arbeitskraft gehandelt wird: Ein  jeder Mensch, der nur arbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten,  wird so wenig arbeiten wollen, wie es geht. Steigt sein Stundenlohn,  also der Preis, den er für seine Arbeitskraft erzielt, wird er weniger  arbeiten. Er wird ja trotzdem genug Geld für seinen Lebensunterhalt  erhalten. Sinkt sein Stundenlohn, ist er dagegen gezwungen, mehr zu  arbeiten. Es ergibt sich also eine Situation, in der bei steigender  Nachfrage eine geringere Menge Arbeitskraft, bei fallender Nachfrage  dagegen eine höhere Menge umgesetzt wird. Beide Effekte verstärken sich  zudem, wodurch Knappheit weitere Knappheit und Überfluss weiteren  Überfluss erzeugt.</p>
<p>Der Markt ohne jegliche Eingriffe ist also – wie man nun kaum noch  abstreiten dürfte – kein adäquates Mittel, den Preis der Ware  Arbeitskraft, den Stundenlohn, festzulegen.</p>

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		<title>Sozialhilfe und Lohnzuzahlungen</title>
		<link>https://patrikschoenfeldt.de/2008/10/sozialhilfe-und-lohnzuzahlungen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Patrik Schönfeldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2008 21:15:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anstätze]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Gerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie Bomret in einem Kommentar bemerkt (und als unzureichend kritisiert) hat, ist eine weitere momentan gebräuchliche Methode zur sozialen Absicherung und zur Erhaltung der Lebens- und wirtschaftlich- sozialen Mitwirkungsgrundlagen das Aufstocken des Einkommens bestimmter Menschen, die ohne diese Maßnahme unter eine gewisse Untergrenze fallen. Er begründet – wie es bei Befürwortern des Mindestlohnes oft der &#8230; <a href="https://patrikschoenfeldt.de/2008/10/sozialhilfe-und-lohnzuzahlungen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Sozialhilfe und Lohnzuzahlungen</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Wie <em>Bomret</em> in einem <a href="http://linkskapitalismus.wordpress.com/2008/06/14/mindestlohn/#comment-10">Kommentar</a> bemerkt (und als unzureichend kritisiert) hat, ist eine weitere  momentan gebräuchliche Methode zur sozialen Absicherung und zur  Erhaltung der Lebens- und wirtschaftlich- sozialen Mitwirkungsgrundlagen  das Aufstocken des Einkommens bestimmter Menschen, die ohne diese  Maßnahme unter eine gewisse Untergrenze fallen. Er begründet – wie es  bei Befürwortern des Mindestlohnes oft der Fall ist – durch die  notwendige Zuzahlung des Staates den Mindestlohn, durch den eine  Zuzahlung nicht mehr nötig wäre und eine Sozialisierung der  Produktionskosten gestoppt werden könne.</p>
<p>Dieser Einwurf stellt allerdings auch die Frage nach dem Sinn und  Unsinn von Lohnzuzahlungen und Sozialhilfe generell. Erstere scheint  Arbeitgeber dazu zu bringen, weniger Gehalt zu zahlen, denn durch die  staatliche Zuzahlung wird sich dennoch jemand für den Job finden. Hier  entstehen zwei Probleme:</p>
<ol>
<li>Wie von <em>Bomret</em> angesprochen werden real existierende  Produktionskosten eines Gutes auf die Gesellschaft abgewälzt. Der  Arbeitgeber kann Leistung unter Wert erhalten und sich so bereichern.  Hier werden Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert.</li>
<li>Einem rein wirtschaftlich denkenden Arbeitnehmer ist es relativ  egal, woher sein Geld stammt. Somit besteht für ihn kein Anreiz, einen  Job anzunehmen, der weniger „gefördert“ werden muss. Nehmen wir an, dass  die Arbeitgeber ehrlich sind und immer der Arbeit angemessenes Gehalt  auszahlen, entsteht eine Schieflage zugunsten der Arbeit, welche der  Gesellschaft weniger Wohlstandsgewinn bringt. Sollte (was ja nahe liegt,  denn sonst würde der Arbeitgeber wohl mehr Geld dafür zu zahlen bereit  sein) die weniger bezahlte Arbeit angenehmer zu erledigen sein,  verstärkt sich dieser Effekt noch. Betrachtet man zusätzlich  Arbeitslosengeld und Sozialhilfe, wird sie schließlich so gewaltig, dass  es sich womöglich überhaupt nicht mehr lohnt, überhaupt zu arbeiten.</li>
</ol>
<p>Die altliberale¹ bis rechtspopulistische Antwort auf das zweite  Problem ist schnell erläutert: Man kürze Sozialleistungen so weit es  geht, dann wird schon jeder einen noch so schlecht bezahlten Job nehmen.  Arbeitslose sind ohnehin nur faul und müssen gezwungen werden zu  arbeiten. Und wenn sie gut arbeiten, werden sie auch genug Geld  bekommen, der heilige, unfehlbare Markt wird alles richten.</p>
<p>Doch so einfach ist es nicht. Wie schon in meinem letzten Beitrag  erläutert, führt nicht ein mal Vollbeschäftigung zwangsläufig zu  ausreichend hohen Löhnen. Sind also doch Mindestlöhne die Lösung aller  Probleme? Durch diese würde doch der Anreiz zu arbeiten deutlich erhöht  und die Konzentration des Kapitals erschwert. Leider nicht, denn neben  den in <a href="http://linkskapitalismus.wordpress.com/2008/06/14/mindestlohn/">meinem Artikel zum Mindestlohn</a> bleibt auch die Schieflage zugunsten einfacherer Arbeit zum gleichen  Geld bestehen. Durch den höheren Preis wird zwar hier die Nachfrage nach  Arbeitskraft noch weiter zurück gehen als bei schwierigerer Arbeit,  doch entweder Arbeit, deren Bezahlung zuvor knapp unterhalb des  Mindestlohnes lag, wird deutlich höher als vorher entlohnt oder diese  Stellen werden deutlich unbeliebter sein als noch mit niedrigerer  Bezahlung. Dieses Problem (nicht jedoch alle im eigenständigen Artikel  aufgeführten!) könnte freilich durch einen mit Augenmaß festgelegten,  berufsspezifischen Mindestlohn umgangen werden, doch wer soll diese  Entscheidung treffen? Dass planwirtschaftliche Ansätze mit Steuerung  durch den Staat meist ineffizient sind, lässt sich wohl kaum bestreiten  und eigenverantwortliche Verhandlungen (z.B. durch Arbeitgebervertreter  und Gewerkschaften) samt Rechtsverbindlichkeit der Ergebnisse fallen in  meinen Augen nicht unter den Begriff „Mindestlohn“. Wenn sie das doch  tun, ist der Ruf nach einer Einführung ohnehin absurd, denn  Tarifverträge gibt es schon lange und ihre Ausweitung dieser auf mehr  oder gar alle Beschäftigungen verdient einen anderen Namen.</p>
<p>Es bleibt also die Situation, dass Lohnzuzahlungen und Sozialhilfe  den Markt verzerren und Umverteilung des Kapitals von Arm nach Reich  fördern. Mindestlohn kann einige dieser Probleme beheben, wirft aber  neue auf. Eine komplette Abschaffung der sozialen Leistungen würde  dagegen natürlich alle Probleme, die durch diese Maßnahmen hervorgerufen  werden, aus der Welt schaffen, auf der anderen Seite aber zu starker  sozialer Unsicherheit und Ungerechtigkeit, sowie unzumutbaren  Verlustängsten und menschenunwürdiger Armut führen.</p>
<p>1) Viele würden es <em>neoliberal</em> nennen, aber das tut dem <em>wirklichen</em> Neoliberalismus (Mitte zwanzigstes Jahrhundert) Unrecht.</p>
</div>

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		<title>Vollbeschäftigung</title>
		<link>https://patrikschoenfeldt.de/2008/07/vollbeschaftigung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Patrik Schönfeldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 21:13:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anstätze]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaftswachstum]]></category>
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					<description><![CDATA[Die liberale Wirtschaftswelt geht oftmals davon aus, dass bei genügend hoher Beschäftigungsquote die Löhne zwangsläufig hoch genug ausfallen, um gut davon zu leben. Um also den Güterstrom mit seinen Dollarstimmen (siehe Kaptitalismus ist Demokratie) an den für den Wohlstand dienlichsten Ort zu lenken. Dieser Grundgedanke an sich ist gar nicht so falsch: Wenn man das &#8230; <a href="https://patrikschoenfeldt.de/2008/07/vollbeschaftigung/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Vollbeschäftigung</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Die liberale Wirtschaftswelt geht oftmals davon aus, dass bei  genügend hoher Beschäftigungsquote die Löhne zwangsläufig hoch genug  ausfallen, um gut davon zu leben. Um also den Güterstrom mit seinen  Dollarstimmen (siehe <a title="Kaptitalismus ist Demokratie" href="http://linkskapitalismus.wordpress.com/2008/04/08/kapitalismus-ist-demokratie/" target="_self">Kaptitalismus ist Demokratie</a>)  an den für den Wohlstand dienlichsten Ort zu lenken. Dieser  Grundgedanke an sich ist gar nicht so falsch: Wenn man das Gesetz von  Angebot und Nachfrage zugrunde legt, steigt mit höherer Nachfrage und  konstantem Angebot unweigerlich der Preis für die Ware Arbeit. Doch hier  stellt sich sogleich die nächste Frage: Wie erreicht man eine erhöhte  Nachfrage nach Arbeitskraft?</p>
<p>Die Faustformel der Wirtschaftsliberalen ist einfach: Mehr  Wirtschaftswachstum führt zu mehr Arbeitsplätzen. Tendenziell mag diese  Aussage zutreffen – zumindest insofern das Produktionsmittel Arbeit für  dieses Wachstum zunehmend benötigt wird, allerdings kann  Wirtschaftswachstum auch ganz banal über neue, bessere und mehr  Maschinen, durch eine härter arbeitende Minderheit, durch Handel von  Immaterialgütern, oder durch vieles anderes erzeugt werden. Zudem wird  es in einer größer werdenden Wirtschaft zunehmend schwieriger hohe  Wachstumsraten zu erzielen, sogar wenn diese ohne Rücksicht auf  Nachhaltigkeit – durch Steuergeschenke, Umweltsünden und Ausbeutung –  erreicht werden sollen. Das ein freier Markt nicht automatisch zu  Vollbeschäftigung und somit zu ausreichenden Löhnen tendiert, legte z.B.  der Ökonom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Maynard_Keynes#Zentrale_Botschaft_von_Keynes/" target="_self">John Maynard Keynes</a> dar. In dieser Tradition wurde auch der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus" target="_self">Neoliberalismus</a> begründet, der sich – entgegen weitläufiger Meinung auch seiner  Kritiker – gegen die uneingeschränkte, freie Marktwirtschaft richtet und  u.a. zur Entstehung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Marktwirtschaft" target="_self">Sozialen Marktwirtschaft</a> geführt hat.</p>
<p>Liberale Wirtschaftstheoretiker haben also schon lange  herausgefunden, dass der Ansatz, einen möglichst freien Markt zu  erzeugen, nicht fruchtet. Ebenso wurde gezeigt, dass kein noch so hohes  Wirtschaftswachstum eine Vollbeschäftigung erzeugen kann. Alternative  Ansätze wurden bisher kaum angepackt, und so verliert sich die liberale  Wirtschaftspolitik in dem verzweifelten Versuch durch immer mehr und  noch mehr Freiheiten für die Akteure am Markt und durch immer neue  Geldspritzen die Wirtschaftskraft immer mehr zu erhöhen, um so der  Hoffnung auf ein ausreichendes Einkommen für jeden genüge zu tun. Doch  leider ist dieses Spiel vergebens und richtet teilweise irreparablen  Schaden an.</p>
</div>

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		<title>Mindestlohn</title>
		<link>https://patrikschoenfeldt.de/2008/06/mindestlohn/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Patrik Schönfeldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2008 21:11:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anstätze]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
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					<description><![CDATA[Mindestlohn ist ein gesetzlich verordneter Minimallohn, der bei einem Beschäftigungsverhältnis mindestens bezahlt werden muss. Das Ziel dahinter, dass jeder von dem Geld, das er verdient, leben können und meiner Betrachtung nach auch am Markt mitbestimmen soll, ist wohl für jeden einsichtig und nachvollziehbar. Ob das Mittel, einen gesetzlichen Mindestlohn festzulegen aber sinnvoll gewählt ist, sogar &#8230; <a href="https://patrikschoenfeldt.de/2008/06/mindestlohn/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Mindestlohn</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Mindestlohn ist ein gesetzlich verordneter Minimallohn, der bei  einem Beschäftigungsverhältnis mindestens bezahlt werden muss. Das Ziel  dahinter, dass jeder von dem Geld, das er verdient, leben können und  meiner Betrachtung nach auch am Markt mitbestimmen soll, ist wohl für  jeden einsichtig und nachvollziehbar. Ob das Mittel, einen gesetzlichen  Mindestlohn festzulegen aber sinnvoll gewählt ist, sogar ob er überhaupt  diesen Zweck erfüllt, ist sehr umstritten.</p>
<p>Die Befürworter gehen davon aus, dass durch diese Maßnahme jeder, der  unterhalb des Existenzminimums verdient, per Verordnung mehr Geld  bekommt und künftig von seinem Geld leben kann. Mindestlohn gibt es in  sehr vielen europäischen Staaten, werden Bedenken zerstreut. Doch es  gibt auch Gründe, die gegen diese Vorstellung sprechen:</p>
<ul>
<li>Für mehr Geld würden viele Menschen überhaupt gar nicht eingestellt. Wenn etwas teurer ist, leistet man sich weniger davon.</li>
<li>Wenn viele Menschen plötzlich mehr Geld verdienen, müssen ihre  Arbeitgeber die Preise erhöhen, um sie zu bezahlen. Durch die größere  Kaufkraft passiert das mittelfristig auch bei nicht durch den  Mindestlohn betroffenen Betrieben. Die Folge ist eine verstärkte  Inflation, an deren Ende das Minimalgehalt wieder unterhalb des  Existenzminimums liegt. Mindestlohn wäre also wirkungslos und würde bei  nicht erfolgender Lohnerhöhung bei anderen Arbeitnehmern mittelbar den  Lebensstandard der Normalverdiener gefährden.</li>
</ul>
<p>Die Praxis in anderen Staaten spricht auch nicht gegen diese Punkte,  denn hier betrifft dieser im Gegensatz zum deutschen kaum jemanden.  Somit lässt sich Mindestlohn als Kurzschluss sehen, der bei näherer  Analyse kaum einen oder gar negative Effekte hätte.</p>
</div>

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